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KALENDER

Kunstworkshop “die Drei” 08.06.2019, 16.30 -18.30h

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DauerAusstellung Simplicissimus-Haus, Renchen Trutz Simplex

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Katalog/Vorzugsausgabe zur Bestellung

 

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Tante Anna und Tante Threschen, 2016

TANTE ANNA und TANTE THRESCHEN mit der HL MARG ARETHA, 2016, Öl/Lwd., 2 x 56cm x 40cm cm + 56cm x 86 cm

Die Arbeit hat die zwei Tanten der Auftraggeberin auf dem kleinen Dorf Rollshausen im Eichsfeld zum Inhalt. Der tragische Teil einer  Familiengeschichte erscheint lebendiger als das eigentliche Ziel, allein die  beiden Tanten posthum zu portraitieren. Während des Arbeitens finden sich mehrere Personen der ursprünglichen Familie ein.

Es entstand ein Triptychon mit einer Bildtafel je einer Tante links und rechts, ca. 10 cm vor einer breiten Bildtafel “schwebend”, die in der Mitte  die Hl. Margaretha, Schutzpatronin der ihr geweihten Dorfkirche zeigt. Die Bildtafeln der Tanten überdecken die dritte Tafel in der Mitte nicht vollständig, die Person der großen Tafel lugt hervor. Die Konstruktion ist als feste Installation vorgesehen, die Fronttafeln sind lösbar und können wahlweise zu beiden Seiten gehängt werden.

Die Hl. Margaretha ist mit dem Drachen zu ihren Füßen dargestellt, er  scheint den bösesten Aspekt der Liebe zu vertreten. Entsprechend der Farbe des Herzchakras entscheide ich mich dem Drachen die Farbe Grün zu geben. Margaretha tötet ihn nicht, sondern wehrt sein Feuer ab, sie selbst hat genügend eigene  Passion und steht für sich. Sie trägt sich selbst. Das macht ihre Stärke aus, die sich anteilig, unmittelbar  denen zeigt, die sich in ihren Wirkungskreis stellen. Die Schwanzspitze des Drachens, so wie sie auch in der Kirche von Rollshausen dargestellt ist, symbolisiert als Pfeil das Männliche oder das Yang.

Wenn die Komposition stimmt, hat jeglicher Inhalt seine Berechtigung, ist eine meiner bewährtesten Faustregeln. Also rein kompositorisch, weniger dramaturgisch stellte ich mir die Frage: was könnte  mit dem gebannten Drachen geschehen, wenn ich ihn nicht beerdigen kann?

Deshalb greift ein mehrgesichtiger  Engel, der die Farbe der Toten nach sich zieht, nach dem Drachenschwanzende, um eine Vorstellung zu assoziieren.  Als sei er in der Lage, unsichtbare, unsagbare schwere Lasten zu tragen und an einen Ort zu bringen, wo sie sich in Leichtigkeit verwandeln und sich optimal entfalten können.

Das kaltbläulich-braune Pigment Caput Mortuum, welches als Tür auf den Seitentafeln und auf der Haupttafel erscheint, durchzieht das ganze Triptychon und nimmt Bezug auf den posthumen familiären Hintergrund.

Den Tanten geht es mit der Heiligen Margaretha  besser als ohne sie. Der Margaretha mit ihrem “Untier” geht es auch deutlich besser als auf der Kirchfahne von Rollshausen, weil sie nun als Mittlerin zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt eine zentrale Daseinsberechtigung genießt.

Dezember  2016

 

Januar 12th, 2017 | Category: Art & Order