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KALENDER

Kunstworkshop Täubchengefieder 30.12.2018, 16 -18h

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DauerAusstellung Simplicissimus-Haus, Renchen Trutz Simplex

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Undine im Spiegel, 2017, Öl/Leinwand, 150 x 160cm

Undine im Spiegel, 2017, Öl/Leinwand,150 x 160 cmUndine soll ein weiblicher, jungfräulicher Wassergeist sein,  zu den sogenannten halbgöttlichen seelenlosen Elementargeistern gehören und sich  laut der Erzählung von Friedrich de la Motte Fouqué  im erdnahen Zwischenbereich aufhalten. Undine und Ritter Huldbrand heiraten. Als sich ihre Ehe in einer Schieflage befindet, entscheidet ein gottesferner Geist  über ihre gemeinsame irdische Existenz. Unter Einwirkung von schwarzmagischen  Kräften stirbt sie und schließlich auch der fremdgegangene Ehemann.

Die Erlösung von Fouqués Akteuren bedeutet mir viel. Ich will das Schicksal meines Modells jededoch nicht mit der gelesenen Tragik verquicken; ich male die ursprüngliche Geschichte deshalb um.

Undine im Spiegel ist ein privates Auftragswerk. „Meine“ Undine beteiligt sich bei meinen bildnerischen Streichen, die mir während des Malens einfallen.

Es liegt Undine nicht daran, Fische zu fangen. Der Fisch, welcher durch ihre Finger fließt, zielt auf ihre Brust, die wie das Auge ihres Herzens frei liegt. Mich erinnert das Motiv der entblößten Brust an den Typus der  Maria Lactans. Wie die Weinbergschnecke ist auch der Fisch ein christliches Symbol.  Das Blau der Recamiere, auf der sie  posiert,  wandelt sich zu einer ruhig treibenden Flut;  ihr tragender Arm zeigt dem springenden Fisch den Weg, während  eine Schnecke über die sich spiegelnde Hand kriecht. Ihre Fühler strecken sich in eine unbekannte Dimension. Sich ihrer selbst bewußt kehrt die Nymphe der Unterwelt den Rücken. Nur fühlend  ahne ich, was Undine emporhebt.

Die Weinbergschnecke  steht für Fruchtbarkeit und Auferstehung. Als Mittlerin der Elemente Wasser, Erde und Himmel  lenkt sie mich zusammen mit dem hellen pastelligen Grün ihres Tuches in eine pastorale Farbigkeit und weist auf ein Sein, was des vierten Elementes, der Huldigung des Feuers bedarf.

Es ist Huldbrand, wie sein Name schon sagt, dem es gegönnt sei, für seine Liebe zu brennen.

07.10.2017

Oktober 7th, 2017 | Category: Art & Order